
Einmal in Florenz, sollten Essensliebhaber unbedingt einen Kochkurs besuchen und sich von einer Nonna das Pasta machen beibringen lassen! Die quadratischen Tortelli di patate, welche mit Kartoffeln und Käse gefüllt werden, gelingen dann auch zu Hause. Klassischerweise werden die Teigtaschen mit einer Fleischsauce serviert. Dazu passt ein wunderbarer toskanischer Wein, wie ein vollmundiger Chianti oder Brunello di Montalcino.
Kopenhagen: Gourmet-Hauptstadt im Norden
Kopenhagen gilt schon länger als Mekka für Essensliebhaber. Die dänische Küche ist dafür bekannt, nicht nur saisonal zu sein, sondern ausschließlich Produkte aus der Region zu verwenden. Die Hauptmalzeit ist das Abendessen, welches als "Middag" bezeichnet wird. Im Gegensatz zu südlichen Ländern, wo gerne erst nach Sonnenuntergang gegessen wird, setzen sich die Kopenhagener spätestens um 19 Uhr an den Essenstisch.
Eine absolute Spezialität ist Smørrebrød. Es handelt sich dabei um ein belegtes Butterbrot. Traditionell wird es in Dänemark zum Mittagessen gereicht. Mit dem deutschen Butterbrot hat diese Stulle allerdings nichts gemein. Denn die Dänen kreieren aus einer Scheibe Brot, meistens Roggenbrot, ein kleines Kunstwerk. Besonders beliebt sind die Varianten mit Hering oder Lachs. Aber auch Krabben, Käse, Wurst oder Kaviar werden oft verwendet. Wie man das ganze Essen soll? Ganz klar mit Messer und Gabel.
Fun Fact: Die Person, die für die Zubereitung des traditionellen Gerichts zuständig ist, wird als "Smørrebrødsjomfru" (zu Deutsch: "Butterbrot-Jungfrau") bezeichnet. Wer die kunstvollen Butterbrote auch zu Hause genießen möchte: In Kopenhagen bieten einige Restaurants Kurs an, um das Smørrebrød-Handwerk zu lernen.
Wer sich für die Sterneküche interessiert, wird in Kopenhagen ebenfalls fündig. Hier gibt es mehr Michelin-Sterne als in jeder anderen skandinavischen Stadt. Das Restaurant "Noma", von Spitzenkoch René Redzepi (42), wurde mehrfach als "bestes Restaurant der Welt" ausgezeichnet und gilt als kulinarische Offenbarung. Allerdings hat es seinen Preis. Ein Menü kann gut und gerne 355 Euro pro Person kosten. Wer einen schmaleren Geldbeutel hat, kann einen der vielen Hot-Dog-Stände ausprobieren. Die "Pølsevogn" stehen an jeder Straßenecke. In Dänemark wird das Würstchen am liebsten mit Senf, Remoulade, Ketchup, saure Gurken und Röstzwiebeln gegessen.
Ein weiteres Nationalgericht sind Frikadellen ("frikadeller"), welche aus Schweine- oder Kalbfleisch bestehen. Serviert werden die knusprigen Bällchen mit Kartoffeln, sauren Gurken, eingelegter roter Bete und einer braunen Soße. Aber auch süß können die Dänen: Für Naschkatzen sind vor allem die Zimtschnecken, auch "Kanelsnurrer" genannt, zu empfehlen. Rote Grütze mit Sahne ist ebenfalls ein beliebtes Dessert in der nordischen Region.
Lyon: Deftige Küche im französischen Genuss-Mekka
Lyon liegt nur zwei Zugstunden von Paris entfernt und gilt als die kulinarische Hauptstadt Frankreichs. Die Stadt verfügt über die größte Restaurantdichte im ganzen Land. Über 2.000 Restaurants gibt es in der Hauptstadt des Departements Rhône-Alpes. Kleine, traditionelle Läden - Bouchons genannt - reihen sich an exquisiten Sternelokalen. Ganze 20 Restaurants mit Michelin-Sternen findet man in Lyon. Als bedeutendster Vertreter der Lyoner Küche gilt Paul Bocuse (1926-2018), der als einer der besten Köche des 20. Jahrhunderts gilt.
Die Küche in Lyon zeichnet sich durch ihre Einfachheit und Raffinesse aus. Aufgrund der Nähe zu den Alpen gibt es einige Gerichte mit Süßwasserfischen, die in den klaren Bergflüssen heimisch sind. Neben Hecht, Saibling und Aal stehen auch Forellen ganz oben auf der Speisekarte. Aber auch Käse landet in Lyon - wie fast überall in Frankreich - oft und gerne auf dem Teller. In der Nähe der 500.000-Einwohner-Stadt liegt das Dorf Saint-Marcellin, wo der gleichnamige Käse hergestellt wird. Er ist mild im Geschmack und findet in Saucen Verwendung.
In den Bouchons findet man traditionelle Küche, die sich vor allem auf regionale Spezialitäten fokussiert. Neben Entenpastete und Schweinebraten gibt es Quenelle. Das sind Fischklöße, meistens aus Hecht. Auch der Klassiker der französischen Küche, Coq au Vin, wird in den kleinen Restaurants oft serviert. Ebenfalls sehr beliebt: Innereien. Panierte Kutteln, die in Brühe gekocht und in Weißwein mariniert werden, sind ein absoluter Genuss für die Bewohner Lyons. Zum Essen wird Wein aus den umliegenden Regionen Beaujolais oder der Côtes du Rhône gereicht.
Wer für süße Sünden zu haben ist, kommt in Lyon ebenfalls auf seine Kosten. Bugnes sind in Fett ausgebackene Krapfen. Die Spezialität wird üblicherweise in der Karnevalszeit gegessen. Sie sind flach, goldbraun und bestehen aus Mehl, Eier, Butter und Zucker. Nicht nur schön, sondern auch lecker sind die Praline rose. Es handelt sich dabei um ein Bonbon, das aus einer mit Zucker ummantelten, gebrannten Mandel besteht und rosa eingefärbt wird.
August 19, 2020 at 01:00AM
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